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US Open: Shinnecock Hills überrascht Scheffler und McIlroy

Rory McIlroy und Scottie Scheffler haben Shinnecock Hills vor der US Open getestet. (Fotos: Getty)

Kurz vor der US Open sprechen Rory McIlroy und Scottie Scheffler über ihre Eindrücke aus Shinnecock Hills – und sehen die größte Gefahr rund um die Grüns.

Die US Open ist selten das Major der großen Versprechen. Sie ist eher das Turnier der kleinen Grenzen: ein Meter zu weit links, ein Schlag zu aggressiv, ein Putt zu defensiv, und plötzlich wird aus Kontrolle ein Kampf ums Par. In diesem Jahr richtet sich der Blick dabei früh auf einen Ort, der genau für diese Art Golf steht. Shinnecock Hills kehrt als Bühne der US Open zurück und bringt all jene Fragen mit, die diesen Wettbewerb seit Jahren prägen: Wie schwierig wird der Platz? Wie fair bleibt das Setup? Und wo entscheidet sich am Ende der Titel?

Zwei Wochen vor dem Major haben Rory McIlroy und Scottie Scheffler bereits einen ersten Blick auf den traditionsreichen Kurs auf Long Island geworfen. Beide nutzten die Reise zum Memorial Tournament in Ohio für einen Abstecher nach Shinnecock Hills. In ihren Pressekonferenzen nach der Proberunde sprachen sie anschließend über einen Platz, der vom Tee zunächst offener wirkt als erwartet – seine eigentliche Härte aber erst auf dem Weg zum Grün zeigt.

US Open: Shinnecock Hills wirkt breiter als erwartet

McIlroy kennt Shinnecock Hills aus dem Jahr 2018, als die US Open dort zuletzt ausgetragen wurde. Damals verpasste der Nordire den Cut. Sein Eindruck vor der diesjährigen Ausgabe fällt nun differenzierter aus. Der Platz sehe gut aus, erklärte McIlroy, vor allem die Fairways hätten ihn überrascht. „Shinnecock sieht großartig aus. Die Fairways sind sehr großzügig angelegt. Sie sind deutlich breiter als 2018. Aber das erste Rough ist fünf Zoll hoch. Es gibt vielleicht drei Schritte Platz zwischen Fairway und Fescue-Gras. Verfehlst du das Fairway um nur einen Meter, hast du ein Problem. Andererseits sind die Fairways so breit, dass man sie eigentlich treffen sollte. Wenn man sie verfehlt, hat man sich die schlechte Lage verdient.“

Auch Scottie Scheffler kam mit einem ähnlichen Befund aus Shinnecock Hills zurück. Für die Nummer eins der Welt war es der erste Besuch auf dem Platz. Der Amerikaner hatte bereits von den schwierigen Grüns gehört und sah diese Einschätzung nach seiner Runde bestätigt. „Ich war ein bisschen überrascht von der Breite der Fairways“, sagte Scheffler. „Aber die Grünkomplexe dort sind extrem schwierig, und ich denke, dort liegt die größte Herausforderung.“ Damit beschreibt Scheffler einen klassischen US-Open-Widerspruch: Der Abschlag sieht machbar aus, aber die eigentliche Entscheidung fällt beim Annäherungsschlag. Scheffler brachte es deutlich auf den Punkt: „Sobald du dort anfängst, Fairways zu verfehlen, hast du keine Chance.“ Die Fairways seien breit genug, um Möglichkeiten zu schaffen, gleichzeitig sei das Rough eine passende Strafe für diese Breite.

Die Grüns als eigentliche Prüfung

Die größte Herausforderung wartet in Shinnecock Hills offenbar rund um die Grüns. Scheffler sprach von extrem anspruchsvollen Grünkomplexen und warnte davor, wie stark die USGA das Turnier über die Fahnenpositionen steuern kann. „Sie können die Fahnen setzen, wo immer sie wollen, und die Scores so hoch treiben, wie sie möchten“, sagte der Weltranglistenerste. Zwar sind die Grüns auf dem Papier vergleichsweise groß, doch die tatsächlich nutzbaren Landezonen können je nach Fahnenposition deutlich kleiner werden. Wer von der falschen Seite des Fairways angreift, spielt nicht mehr auf eine breite Fläche, sondern auf einen schmalen Zielkorridor. Genau dort dürfte Shinnecock Hills seine eigentliche Härte entfalten.

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